Eine Nummer hat angerufen, und Sie möchten wissen, ob sie bekannt ist. Es gibt dafür eine amtliche Quelle: die Maßnahmenliste der Bundesnetzagentur. Sie ist kostenlos, öffentlich – und ein PDF mit 179 Seiten.
Was in der Liste steht
Die Behörde verfolgt Rufnummernmissbrauch und veröffentlicht laufend, wogegen sie vorgegangen ist. Jede Zeile trägt vier Angaben: das Datum des Bescheids, die betroffenen Rufnummern, eine Kategorie und die Maßnahme – in aller Regel die Abschaltung zu einem bestimmten Tag.
Wie Sie eine Nummer darin nachschlagen
- Seite öffnenbundesnetzagentur.de/massnahmenliste
- PDF ladendie aktuelle Liste oder ein Jahresarchiv
- Strg+Fdie Suche des PDF-Betrachters öffnen
- Nummer eingebenohne Leerzeichen, national: 0301234567
Zwei Dinge gehen dabei regelmäßig schief. Erstens die Schreibweise: In der Liste stehen die Nummern national und ohne Trennzeichen. Wer nach „+49 30 1234567" sucht, findet nichts, obwohl die Nummer drinsteht. Zweitens der Zeitraum: Die verlinkte Datei führt nur die letzten Monate. Eine ältere Maßnahme steht im Jahresarchiv, und das muss man einzeln öffnen – die Archive reichen bis 2016 zurück.
Was die Liste nicht ist
- Kein Spam-Register. Sie führt Fälle mit einem Bescheid, nicht alle lästigen Anrufer. Der gewöhnliche Werbeanruf endet meist ohne Eintrag.
- Keine Auskunft über den Inhaber. Zu einer gewöhnlichen Rufnummer erfahren Sie hier nicht, wem sie gehört.
- Keine Schnittstelle. Es gibt nur PDF – kein CSV, keine API, keine Suchmaske über alle Jahre.
- Kein Dauerurteil. Was älter als sechs Monate ist, verschwindet aus der aktuellen Datei.
Und wer hinter einer 0900-Nummer steckt
Für die Mehrwertdienst-Gassen gibt es eine zweite, eigene Auskunft: die Rufnummernsuche für Mehrwertdienste. Dort ist nachzuschlagen, wem eine Nummer aus 0900, 0137 und verwandten Bereichen zugeteilt ist. Das ist die nützlichere Quelle, wenn eine solche Nummer im Display stand – die Maßnahmenliste sagt nur etwas über Nummern, gegen die bereits vorgegangen wurde.
Warum 179 Seiten für ein Unternehmen kein Werkzeug sind
Für eine einzelne Nummer ist Strg+F in Ordnung. Für ein Unternehmen mit hundert Anrufen am Tag ist es keines: Niemand öffnet zu jedem Klingeln ein PDF. Und niemand merkt, wenn die Datei ausgetauscht wurde.
Haus iT Caller ID liest die Liste deshalb einmal täglich selbst ein und gleicht sie im Haus ab. Steht eine anrufende Nummer darin, sagt die Kachel es im Augenblick des Klingelns – mit dem Datum des Bescheids und der Kategorie. Aus der Fassung vom 29. September 2026 sind das 9.978 Rufnummern, darunter 170 verschiedene Ländervorwahlen: die typischen Ping-Anruf-Gassen aus Ostafrika, Zentralasien und dem Balkan.
Abgeglichen wird im Haus, nicht bei einem Dienst. Eine Live-Abfrage schickte die Rufnummer Ihres Anrufers an einen Dritten; in einer Kanzlei oder Praxis ist schon die Tatsache, wer anruft, eine geschützte. Heruntergeladen und lokal geprüft verlässt keine Nummer Ihres Hauses das Haus.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, ob eine Rufnummer abgeschaltet wurde?
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht ihre Maßnahmen als PDF unter bundesnetzagentur.de/massnahmenliste. Öffnen Sie die Datei und suchen Sie mit Strg+F nach der Nummer – ohne Leerzeichen und in nationaler Schreibweise, also etwa 0301234567. Die Seite selbst zeigt die letzten sechs Monate; ältere Maßnahmen stehen in den Jahresarchiven darunter.
Wie viele Rufnummern schaltet die Bundesnetzagentur ab?
Im Jahr 2024 waren es rund 6.500 Rufnummern, dazu rund 1.100 Verbote der Rechnungslegung und Inkassierung. Zugrunde lagen 154.624 Beschwerden – nach 143.061 im Jahr davor (Pressemitteilung vom 15. Januar 2025).
Stehen alle Werbeanrufer in der Liste?
Nein, bei Weitem nicht. Die Liste führt Fälle, in denen die Behörde eine Maßnahme erlassen hat – überwiegend Spam-SMS, Messenger-Nachrichten, Dialer und Internet-Popups. Der klassische lästige Werbeanruf endet meist ohne Eintrag. Wer die Liste für ein Spam-Register hält, überschätzt sie.
Gibt es die Liste als CSV oder über eine Schnittstelle?
Nein. Es gibt ausschließlich PDF-Dateien, aufgeteilt nach Zeitraum. Wer die Liste maschinell nutzen will, muss sie auslesen – eine Schnittstelle bietet die Behörde nicht an.
Wie lange bleibt eine Nummer in der Liste?
Auf der Seite stehen die Maßnahmen der letzten sechs Monate, in den Archiven die älteren nach Jahren. Dass eine Nummer herausfällt, ist richtig so: Eine abgeschaltete Rufnummer fällt in den Nummernvorrat zurück und kann später an ein anderes, ehrliches Unternehmen vergeben werden.
Wer steckt hinter einer 0900- oder 0137-Nummer?
Dafür gibt es eine eigene Auskunft: die Rufnummernsuche für Mehrwertdienste der Bundesnetzagentur. Dort lässt sich nachschlagen, wem eine Nummer aus diesen Gassen zugeteilt ist. Für gewöhnliche Rufnummern gibt es diese Auskunft nicht.