Das Telefon klingelt, und in Webex steht eine nackte Rufnummer. Manchmal ein Name, der nicht stimmt. Manchmal etwas, das aussieht wie eine halbe E-Mail-Adresse. Die Frage ist jedes Mal dieselbe: Warum ausgerechnet jetzt?
Die Antwort steht in Ciscos eigener Beschreibung, und sie ist genauer, als man erwartet. Sie erklärt auch den Fall, den niemand vermutet: dass zu viel im Adressbuch dazu führen kann, dass gar nichts erscheint.
Woher Webex Calling den Namen nimmt
Die Webex-App gleicht die ankommende Rufnummer mit Kontakten ab – nicht mit einer Quelle, sondern mit drei, und in fester Reihenfolge:
- Webex Common Identity – die Identitäten Ihrer eigenen Organisation
- Persönliche und Organisationskontakte
- Das lokale Adressbuch des Rechners
Zwei Fälle, in denen gar nichts erscheint
Der erste ist der erwartete: Die Nummer steht in keiner der drei Quellen. Dann gibt es nichts nachzuschlagen.
Der zweite überrascht. Findet die App mehrere Einträge mit derselben Nummer in einer Quelle, wählt sie keinen davon aus. Cisco schreibt dazu: „In diesem Fall wird keine Anrufer-ID angezeigt."
Was stattdessen dasteht
Ohne Treffer greift die App auf den Anzeigenamen in der SIP-Kopfzeile zurück, falls einer mitgeschickt wird. Ist auch der leer, nimmt sie als letztes Mittel den Benutzernamen-Teil der SIP-Adresse.
Daher kommen die Zeichenketten, die wie eine halbe E-Mail-Adresse aussehen. Sie sind kein Fehler, sondern die letzte Stufe einer Kette, die vorher nichts gefunden hat.
Wo die Grenze dieser Kette liegt
Alle drei Quellen sind Kontaktlisten. Ein Kundenstamm ist keine Kontaktliste. Ein Handwerksbetrieb mit viertausend Kunden pflegt die nicht ins Adressbuch, und er sollte es auch nicht: Adressbücher sind für Menschen gedacht, mit denen man regelmäßig spricht.
Damit ist „kein Name" beim Anruf eines Kunden nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall – und zwar unabhängig davon, wie gut Ihre Telefonanlage eingerichtet ist. Die Kette funktioniert genau so, wie sie beschrieben ist. Sie sucht nur an Orten, an denen Ihre Kunden nicht stehen.
Was wir daran ändern
Haus iT Caller ID setzt eine vierte Quelle davor: Ihr eigenes CRM oder ERP. Im Moment des Klingelns wird dort mit einer Rufnummer gefragt und ein Name kommt zurück – je nach System mit Firma und Kundennummer. Es entsteht keine Kopie Ihres Kundenstamms und kein zusätzlicher Eintrag im Adressbuch.
Und die ehrliche Grenze dazu: Wer in Ihrem CRM nicht steht, wird auch so nicht gefunden. Für Lieferanten, Handwerker und Behörden hilft kein Nachschlagen, sondern nur ein eigenes Verzeichnis – oder die Einsicht, dass eine nackte Rufnummer manchmal die richtige Antwort ist.
Häufige Fragen
Warum zeigt Webex Calling manchmal keinen Namen?
Weil die Nummer in keiner der drei Quellen steht, die die Webex-App durchsucht: Webex Common Identity, persönliche und Organisationskontakte, lokales Adressbuch. Ein Kundenstamm gehört in keine davon.
Warum verschwindet der Name, wenn ein Kontakt doppelt vorhanden ist?
Findet die App mehrere Einträge mit derselben Nummer in einer Quelle, wählt sie keinen aus und zeigt gar keine Anrufer-ID an. Ein doppelter Eintrag ist damit schlechter als keiner.
Was bedeutet die Zeichenkette, die wie eine E-Mail-Adresse aussieht?
Das ist die letzte Rückfallebene: der Benutzernamen-Teil der SIP-Adresse. Sie erscheint, wenn weder ein Kontakt gefunden wurde noch ein Anzeigename in der SIP-Kopfzeile mitkam.
Hilft es, alle Kunden ins Webex-Adressbuch zu übernehmen?
Selten. Der Bestand ist am Tag des Imports aktuell und danach nie wieder, doppelte Einträge lassen die Anzeige ganz verschwinden, und eine Kopie Ihres Kundenstamms liegt danach an einer zweiten Stelle.
In welcher Reihenfolge sucht die Webex-App?
Webex Common Identity, dann persönliche und Organisationskontakte, dann das lokale Adressbuch. Beim ersten Treffer hört die Suche auf.
Ändert der Telefonanbieter etwas an dieser Kette?
Nein. Die Reihenfolge gehört zur Webex-App und gilt unabhängig davon, wer die Leitung liefert.